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Adopt a Revolution - die syrische Zivilgesellschaft stärken!
Unsere Haltung und unsere Arbeit

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die öffentliche Debatte zu Syrien richtet sich derzeit stark auf Nordostsyrien und die Lage der kurdischen Bevölkerung. Das ist angesichts der aktuellen Ereignisse verständlich. Gleichzeitig droht dabei aus dem Blick zu geraten, was diese Entwicklungen für das ganze Land bedeuten.

Denn die Spannungen zwischen der Übergangsregierung und den Syrian Democratic Forces (SDF) betreffen nicht nur eine Region oder einzelne Bevölkerungsgruppen. Sie könnten in einen offenen militärischen Konflikt münden, den größten seit dem Sturz des Assad-Regimes. Die Folgen wären überall in Syrien spürbar: Die humanitäre Lage würde sich weiter verschärfen, fragile Formen des Zusammenlebens würden zerstört und wirtschaftliche Lebensgrundlagen weiter geschwächt. Zugleich steigt die Gefahr eines neuen, ethnisierten Krieges.

Gerade deshalb steht jetzt mehr auf dem Spiel als die Kontrolle über einzelne Gebiete. In den letzten Monaten haben sich in vielen Teilen Syriens erstmals vorsichtige Räume geöffnet. Menschen organisieren sich lokal, suchen nach Dialog und Verständigung, übernehmen Verantwortung in ihren Gemeinden und fordern politische Beteiligung ein. Sie entstehen durch mutiges, zivilgesellschaftliches Engagement, durch kontinuierlichen Vertrauensaufbau und durch viele kleine Schritte. Ein neuer Krieg würde genau diese Ansätze zerstören und Macht erneut zentralisieren.

Gleichzeitig ist klar: Es gibt keine einfache Lösung. Weder lässt sich das politische Modell des Nordostens auf ganz Syrien übertragen, noch kann ein stark zentralisierter Staat die Vielfalt des Landes abbilden. Was Syrien jetzt braucht, ist eine gemeinsame politische Perspektive. Eine, die Unterschiede anerkennt und Zusammenleben ermöglicht. Stimmen, die auf Dialog, Kompromiss und gegenseitige Anerkennung setzen, müssen gehört und ernst genommen werden.

Was heißt das konkret?

Eine weitere militärische Eskalation und ein Krieg müssen verhindert werden. Deutschland und die EU müssen sich jetzt aktiv diplomatisch einbringen, um Gewalt zu stoppen und politische Lösungen zu ermöglichen. Die Integration Nordostsyriens darf nicht militärisch durchgesetzt werden, sondern muss weiter politisch verhandelt werden, unter Einbeziehung lokaler kurdischer Akteur*innen.

Der Schutz der Zivilbevölkerung muss immer an erster Stelle stehen. Humanitäres Völkerrecht ist einzuhalten. Unabhängige Medien und Menschenrechtsorganisationen brauchen Zugang, denn Desinformation und Hetze verschärfen Konflikte und erhöhen die Gefahr von Gewalt.

In vielen betroffenen Gebieten, beispielsweise in Kobanê, ist die Lage bereits jetzt dramatisch. Strom, Wasser, Lebensmittel und medizinische Versorgung sind nicht gesichert. Humanitäre Hilfe muss möglich sein, unabhängig und ohne Blockaden. Deshalb unterstützen wir weiterhin Nothilfe dort, wo Menschen sie dringend brauchen.

Zugleich braucht es politische Perspektiven. Gleiche Rechte und echte politische Teilhabe für alle Bevölkerungsgruppen müssen verbindlich abgesichert werden. Dazu gehört auch die Einbindung von Vertreter*innen der Selbstverwaltung in politische Übergangsinstitutionen.

Ein geeintes Syrien wird nicht durch militärische Dominanz entstehen. Es kann nur durch einen inklusiven politischen Prozess, Kompromissbereitschaft und gesellschaftliche Teilhabe wachsen. Genau deshalb unterstützen wir Dialog- und Verständigungsprojekte, die Vertrauen auf- und Konflikte abbauen und so den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.

Unsere Partner*innen setzen sich vor Ort dafür ein, dass Syrien nicht erneut im Krieg versinkt. Wir stärken diese zivilgesellschaftliche Initiativen, weil sie die Grundlage für eine friedliche Zukunft sind. Und wir leisten Nothilfe, weil Menschen jetzt Unterstützung brauchen.

Unsere Arbeit und die unserer Partner*innen ist nur möglich, weil Menschen wie Sie diese unterstützen. Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie akute Nothilfe und stärken zugleich zivilgesellschaftliche Initiativen, die Dialog, Teilhabe und Zusammenhalt fördern.

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Vielen Dank für Ihr Vertrauen!

Herzliche Grüße

Svenja Borgschulte

 
NEWS
ZUM GESPRÄCH
Die größte Angst ist Krieg

Die Eskalationen in Nordostsyrien schüren die Sorge vor einem neuen Krieg. Zwei Menschen aus der Region, eine arabische Stimme aus Raqqa und eine kurdische Stimme aus Afrin, sprechen über die Ursachen, Verantwortung und politische Perspektiven.

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